Deutsche Sportwettenbranche rechnet mit fast einer Milliarde Euro Einsätzen bei der WM 2026
Sam Long · Jul 20, 2026

Deutsche Sportwettenbranche rechnet mit fast einer Milliarde Euro Einsätzen bei der WM 2026

Der Deutsche Sportwettenverband DSWV geht davon aus, dass die lizenzierten und illegalen Anbieter zusammen während der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko Wetteinsätze in Höhe von knapp einer Milliarde Euro verzeichnen werden, wobei der größte Teil über regulierte Kanäle fließen soll und ein erheblicher Anteil weiterhin in den Schwarzmarkt abwandert.
Prognosen für lizenzierte und illegale Wettumsätze
Experten des DSWV erwarten konkret zwischen 600 und 700 Millionen Euro über zugelassene Betreiber, während 300 bis 400 Millionen Euro auf illegale Plattformen entfallen könnten, und diese Aufteilung ergibt sich aus aktuellen Marktbeobachtungen sowie aus der anhaltenden Attraktivität der Weltmeisterschaft als globales Sportereignis, das Millionen von Zuschauern und Wettenden anzieht.
Die Zahlen basieren auf einer detaillierten Einschätzung der Verbandsvertreter, die den bevorstehenden Turnierverlauf mit den Erfahrungen aus früheren Großereignissen vergleichen und dabei die wachsende Nachfrage nach Sportwetten in Deutschland berücksichtigen.
Enforcement-Probleme und Wachstum des Schwarzmarkts
Vertreter des DSWV weisen gleichzeitig auf anhaltende Schwierigkeiten bei der Durchsetzung der Regulierung hin, weil illegale Anbieter weiterhin Kunden gewinnen und die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder GGL Daten vorlegt, die ein Wachstum der illegalen Umsätze um 17 Prozent belegen.
Diese Entwicklung zeigt sich besonders deutlich in den Monaten vor großen Turnieren, in denen Werbemaßnahmen und leichter Zugang über das Internet den Schwarzmarkt begünstigen, während lizenzierte Anbieter strengen Werbe- und Schutzvorgaben unterliegen.

Beobachter der Branche stellen fest, dass die 17-prozentige Steigerung bei illegalen Einnahmen aus GGL-Erhebungen stammt, die den Zeitraum bis einschließlich 2025 abdecken, und diese Zahlen verdeutlichen, wie schwierig es bleibt, den Kanalisierungsauftrag des Glücksspielstaatsvertrags vollständig umzusetzen.
Der Glücksspielstaatsvertrag und seine Überprüfung 2026
Der aktuelle Interstate Gambling Treaty bildet den rechtlichen Rahmen für die Regulierung von Sportwetten und Online-Glücksspiel in Deutschland, doch bereits im Juli 2026 steht eine umfassende Evaluierung dieses Vertrags an, die mögliche Anpassungen bei Lizenzvergabe, Werbebeschränkungen und Maßnahmen gegen illegale Anbieter zum Thema machen wird.
Vertreter der Branche und der Aufsichtsbehörden bereiten sich auf diese Überprüfung vor, indem sie aktuelle Marktdaten zusammentragen und die Wirksamkeit bestehender Regelungen bewerten, während der Weltmeisterschaftszeitraum als wichtiger Testfall für die Kanalisierungswirkung gilt.
Marktdynamik und regulatorische Rahmenbedingungen
Studien zur Kanalisierungsrate im Online-Glücksspiel, die im März 2026 veröffentlicht wurden und auf Daten aus dem Jahr 2024 zurückgreifen, liefern zusätzliche Erkenntnisse darüber, wie viele Spieler sich für lizenzierte Angebote entscheiden und welche Faktoren die Wahl illegaler Plattformen beeinflussen.
Die GGL veröffentlicht regelmäßig entsprechende Auswertungen, die als Grundlage für politische und behördliche Entscheidungen dienen, und diese Berichte zeigen, dass der Anteil illegaler Umsätze trotz bestehender Lizenzsysteme noch immer signifikant bleibt.
Schlussbetrachtung
Die Prognosen des DSWV für die Weltmeisterschaft 2026 verdeutlichen sowohl das wirtschaftliche Potenzial des regulierten Sportwettenmarkts als auch die fortbestehenden Herausforderungen durch den Schwarzmarkt, und die bevorstehende Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags wird entscheiden, welche Maßnahmen künftig verstärkt zum Einsatz kommen, um die Kanalisierung weiter voranzutreiben.