Recherche enthüllt Millionengeschäfte mit illegalen Online-Casinos durch Soft2Bet
Sam Long · Jul 18, 2026

Recherche enthüllt Millionengeschäfte mit illegalen Online-Casinos durch Soft2Bet

Ein umfassender Bericht des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit Investigate Europe sowie weiteren internationalen Partnern deckt auf, wie die in Zypern und Malta ansässige Firma Soft2Bet unter der Leitung von Gründer Uri Poliavich ein Netzwerk von rund 120 unzulässigen Online-Casinos betrieben hat, das sich gezielt an deutsche Spieler richtete, während diese Plattformen zwischen 2020 und 2024 über 600 Millionen Euro aus illegalen Aktivitäten erwirtschafteten und dabei interne Marken wie Wazamba sowie Rabona umfassten, wobei die Erkenntnisse auf einer Whistleblower-Leak von Unternehmensdokumenten basieren, die räuberische Methoden sowie das Fehlen erforderlicher deutscher Lizenzen belegen.
Entstehung der Untersuchung und beteiligte Akteure
Die Recherche entstand durch koordinierte Anstrengungen mehrerer Medienhäuser, die interne Unterlagen auswerteten, welche durch einen Whistleblower zugänglich gemacht wurden, und diese Dokumente zeigten detaillierte Strukturen auf, in denen Soft2Bet die Kontrolle über zahlreiche Plattformen ausübte, ohne die nach dem deutschen Glücksspielstaatsvertrag notwendigen Genehmigungen einzuholen, während Behörden in anderen EU-Staaten wie Malta und Zypern die Lizenzierung übernahmen, die jedoch in Deutschland keine Gültigkeit besaßen.
Struktur des illegalen Netzwerks und Markenvielfalt
Soft2Bet koordinierte etwa 120 illegale Casinos, von denen 37 als eigene Marken geführt wurden, darunter bekannte Namen wie Wazamba und Rabona, und diese Plattformen richteten sich explizit an deutsche Nutzer durch gezielte Werbemaßnahmen sowie benutzerfreundliche Oberflächen, die den Zugang zu Slots, Tischspielen und anderen Angeboten ermöglichten, ohne dass Altersverifikationen oder Sperrmechanismen den gesetzlichen Vorgaben entsprachen.
Finanzielle Dimensionen und Umsatzentwicklung
Zwischen 2020 und 2024 generierte das Netzwerk mehr als 600 Millionen Euro an Einnahmen aus Operationen, die gegen deutsche Vorschriften verstießen, und die Dokumente offenbarten, wie aggressive Marketingstrategien sowie Bonusangebote eingesetzt wurden, um Spieler anzulocken und zu binden, während Gewinne systematisch in die Unternehmensstrukturen auf Malta und Zypern flossen.

Taktiken und fehlende regulatorische Compliance
Die geleakten Unterlagen belegen räuberische Praktiken, zu denen manipulative Design-Elemente sowie unzureichende Schutzmechanismen gegen problematische Spielweisen gehörten, und sie zeigen gleichzeitig, dass keine Anträge auf die in Deutschland erforderlichen Lizenzen gestellt wurden, obwohl die Plattformen aktiv deutsche IP-Adressen bedienten und Werbung in deutscher Sprache schalteten.
Auswirkungen auf den deutschen Markt und regulatorische Kontexte
In Juli 2026 laufen parallel Evaluationen des Glücksspielstaatsvertrags durch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder, und der Bericht unterstreicht, wie Lücken in der Durchsetzung es ausländischen Anbietern ermöglichten, erhebliche Summen abzuschöpfen, während deutsche Spieler ohne rechtliche Absicherung agierten und Behörden nun verstärkte Maßnahmen zur Lizenzkontrolle prüfen.
Internationale Zusammenarbeit bei der Aufdeckung
Die Kooperation zwischen Bayerischem Rundfunk, Investigate Europe und weiteren Partnern ermöglichte den Zugriff auf länderübergreifende Daten, und sie führte zu detaillierten Einblicken in die Unternehmenshierarchie von Soft2Bet, wobei die Analyse der Dokumente klare Verbindungen zwischen den illegalen Marken und der zentralen Steuerung durch die Gründerstruktur aufzeigte.
Schlussfolgerungen aus den ermittelten Fakten
Die Veröffentlichung des Berichts liefert Behörden sowie der Öffentlichkeit konkrete Anhaltspunkte für weitere Ermittlungen, und sie verdeutlicht die Notwendigkeit engerer Koordination zwischen EU-Mitgliedstaaten bei der Überwachung grenzüberschreitender Glücksspielangebote, während die betroffenen Plattformen weiterhin ohne deutsche Zulassung operierten und Spieler potenziell ungeschützt blieben.